Ouroboros auf Grabsteinen

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Die alte alchemistische Symbolik des Ouroboros - das Bildsymbol eines in sich geschlossenen und wiederholt ablaufenden Wandlungsprozesses der Materie, der im Erhitzen, Verdampfen, Abkühlen und Kondensieren einer Flüssigkeit zur Verfeinerung (Veredelung) von Substanzen dienen soll – findet sich des Öfteren auf alten Grabsteinen, v.a. von beerdigten Persönlichkeiten.

So wird z.B. auch der Grabstein von Ludwig van Beethoven (beigesetzt 1827 auf dem Währinger Ostfriedhof, Wien) von einem Obelisk aus Granit überragt und geschmückt von einer Lyra, über der sich der Ouroboros befindet, der eine Biene umschliesst. Der Ouroboros symbolisiert die Ewigkeit, bzw. die kosmische Einheit und die Biene verweist auf königliches Blut nach ägyptischem Vorbild (wie sie z.B. heute noch im englischen Königshaus verwendet wird).

Auch auf dem Grabstein des Pädagogen Friedrich Daniel Behn (beerdigt 1804 in Lübeck), einem der wichtigsten Förderer aufklärerischer Gedanken, Reformer als Rektor und Mitbegründer der Literarischen Gesellschaft, aus der später die “Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit” hervorging, befindet sich jeweils unterhalb der Spitze des Obelisken ein Ouroboros und eine geflügelte Sanduhr. Über die Grabesinschrift hinaus ziert zahlreicher symbolischer Schmuck den Grabstein: auf der Vorderseite ein Bienenkorb (Symbol der Gemeinnützigen), auf der Rückseite Zirkel, Dreieck und Winkelmaß (Zugehörigkeit zu den Freimaurern).

Auf der Insel Rügen wurden in Altenkirchen auf dem Friedhof der ältesten Kirche Rügens/Wittow Grabsteine mit dem Ouroboros entdeckt. Die Pfarrkirche wurde aus einem ehemals slawischen Begräbnishügel 1168 nach der Christianisierung von dänischen Bauleuten errichtet. Um die Pfarrkirche befinden sich 61 Grabsteine mit Inschriften und Darstellungen/ Symbolen aus den Jahren 1789 bis 1861. Grabsteine von Schiffern und insbesondere von Kapitänen wurden anstelle der sonst üblichen Symbole mit reliefartigen Darstellungen wie Schiffen oder einem Ouroboros auf der Vorderseite und einem Anker auf der Rückseite geschmückt.

Auch in Hamburg Altona bei der Christianskirche (zwischen 1735 und 1738 zu Ehren des dänischen Königs Christian VI. erbaut – eine kleine um 1548 erbaute Dorfkirche musste dafür weichen) und dem kleinen angrenzenden Friedhof, auf dem u.a. der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock 1803 beerdigt wurde, haben wir Grabsteine mit dem Ouroboros entdeckt.

Einen sinn- und gehaltvolleren letzten (Stein-)Schmuck und Weggeleit kann es für die letzte (?) Reise wohl nicht geben.

Tina Pätzold, Heilpraktikerin

 

Fotos: Grabsteine mit dem Ouroboros auf Rügen/ Friedhof Altenkirchen

Foto Ouroboros

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto Ouroboros

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto Ouroboros

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