Frühlingszeit – Leberzeit

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Vorfrühling
Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,
greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigen’s.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.
                      (R.M.Rilke)

Frühlingszeit – Leberzeit

Überall in der Natur wird das Leben wieder für uns sichtbar, spürbar und hörbar: Haselnuss, Weiden und Erlen blühen, Buschwindröschen, Krokusse und Märzenbecher sprießen aus der Erde , die Vögel erfüllen die Luft mit ihrem Gesang und die Luft verheißt schon ab und zu Wärme und trägt den ganz besonderen Duft des Frühlings mit sich.

In der traditionellen chinesischen Medizin ist der Frühling dem Element Holz zugeordnet und damit den Organen der Leber und Gallenblase.

Die Leber ist unser wichtigstes Stoffwechselorgan und hat zentrale Aufgaben in unserem Körper: sie ist beteiligt an der Bildung unserer Hormone, sie reguliert den Blutzuckerspiegel, sie verwertet und speichert verschiedenste Nahrungsstoffe und gibt diese bei Bedarf wieder ab, sie bildet die Gallenflüssigkeit, sie baut Gifte und Medikamente ab und vieles mehr.

Paracelsus nannte die Leber daher auch den “inneren Alchemisten“. Sie wird in der alchemistischen Anschauungsweise dem Planeten Jupiter und dem Metall Zinn zugeordnet. „Und der Jupiter gleicht dem Planet der Leber (…).Ihr sollt wissen, wenn die Leber nicht da wäre, so gäbe es nichts Gutes im ganzen Leibe. Gleich Jupiter wirkt sie und mildert wie er durch seine Güte alles Ungestüm“

Das dem Jupiter zugeordnete Metall Zinn wirkt kräftigend und stärkend auf die Funktionen der Leber und vermag so neue Lebenskräfte zu entfachen.

Im Frühjahr ist die Leber sehr dankbar für Unterstützung. Es ist eine gute Zeit, um angestaute, nicht verarbeitete, erstarrte Prozesse wieder in Gang zu bringen. Verschiedene Pflanzen können uns dabei unterstützen, wie z.B. der Löwenzahn.                  Der Löwenzahn ist eine der anpassungsfähigsten und vitalsten Pflanzen, und genau diese Kräfte können wir im beginnenden Frühjahr sehr gut gebrauchen: der Löwenzahn löst Stauungen und Erstarrungen, sowohl auf körperlicher als auch auf geistiger Ebene, so dass die Säfte wieder in Fluss kommen und Schwäche, Stagnation und Müdigkeit überwunden werden können.

Vom Löwenzahn können sowohl die Blätter, als auch die Blüten und Wurzeln verwendet werden, als Tee oder auch als Tinktur.

Herstellung einer Tinktur

  • Blätter, Blüten und Wurzeln des Löwenzahns säubern und zerkleinern
  • In eine saubere Flasche füllen und mit Alkohol vollständig bedecken. (Es eignet sich am besten ein klarer, neutral schmeckender Schnaps wie Wodka oder Korn )
  • Tinktur an einem dunklen Ort für vier bis sechs Wochen stehen lassen. Regelmäßig schütteln, dadurch lösen sich die Wirkstoffe schneller
  • Die fertige Tinktur durch ein Sieb oder eine Filtertüte in eine zweite Flasche umgießen
  • Einnahme: 3 x täglich 5 Tropfen

 

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